Chronik der Go-Gruppe Hannover

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2016 Übersicht, Details

Quellen

1959-1961, Dieter Rasche erinnert sich

1961-1986, Chronik der Go-Abteilung des RSV Hannover von 1926 e.V., von Helmut Buttstädt

Sonstiges

Video/OK-Projekt (schlafend)

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www.hannover-go.de

Das Jahr 1992, Details

Entnommen aus den "Hannover-Go"-Ausgaben.


Essen (11./12.1.1992)

Mit 108 Teilnehmern hat sich das Essener Go-Turnier gesundgeschrumpft und scheint die Organisatoren nicht mehr zu überfordern. Jedenfalls lief das Essener Go-Turnier dieses Jahr ohne merkliche Zwischenfälle ab. Die Hannoverschen Spieler erreichten folgende Platzierungen:

Platz 15: Christoph Gerlach (4 Dan), 2:3
Platz 61: Holger Krekel (5 Kyu -> 4 Kyu), 4:1
Platz 63: Sabine Collin (4 Kyu), 2:3
Platz 79: Jürgen Meyer (8 Kyu -> 7 Kyu), 4:1
Platz 82: Andreas Gander (6 Kyu), 1:4
Platz 93: Ulf Draws (10 Kyu), 1:4

(Christoph Gerlach)

Monatsblitz Februar (3.2.1992)

Christoph Gerlach (Blitz-6-Dan) konnte wieder gewinnen.

Göttingen (15./16.2.1992)

Hat die Göttinger Go-Gruppe doch schon eine lange Tradition als Turnierfahrer, schafften sie trotz guter Absichten noch nie, ein eigenes Turnier auszurichten. Mitte Februar war's dann doch so weit. Achim Klenke erwies sich dabei als Motor der Göttinger Go-Gruppe, welche die Aufgabe insgesamt recht gut meisterte. So schrieb Achim Schultze ein neues Computerprogramm, daß, ausgestattet mit einer brauchbaren Oberfläche, der Organisation viel Arbeit abnimmt. Leider ist der Losungsalgorithmus an einigen Stellen noch etwas unausgereift, so dass wir das Programm auf unserem Messeturnier nur verwenden können, wenn Achim hier noch ein paar Nachbesserungen vornimmt. Die Punkte Spielort, Verpflegung und Unterbringung waren auch zur Zufriedenheit gelöst. Das 5-Runden-MacMahon-Turnier gewann übrigens Michael Katscher (5 Dan, Hamburg), der nur eine Partie gegen Christoph Gerlach (4 Dan, Hannover) verlor, der aber sonst auch auf seinem zweiten Turnier nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft enttäuschte. Unter den 74 Teilnehmern platzierten sich die Hannoverschen Spieler wie folgt:

Platz 3: Christoph Gerlach (4 Dan), 3:2
Platz 15: Tin Nguyen-Huu (1 Dan), 3:2
Platz 21: Ralph Tiefenthaler (1 Dan), 2:3
Platz 27: Burghard Probst (1 Dan), 1:4
Platz 35: Jost Bartholomäus (2 Kyu), 2:3
Platz 38: Holger Krekel (3 Kyu), 3:2
Platz 50: Detlev Ponnet (4 Kyu), 1:2 (Detlev spielte nur am Samstag mit)
Platz 64: Frank Riepenhausen (8 Kyu), 0:5

(Christoph Gerlach)

Bremen (22./23.2.1992)

Das Bremer Go-Turnier sollte eigentlich schon aufgrund der Entfernung für alle Hannoveraner ein Pflichtturnier sein. Aber die Bremer schaffen es jedes Jahr wieder, dass ihr Turnier bei uns einen faden Nachgeschmack hinterlässt. Zum einen brauchte Jochen Faßbender für jede Losung bei 74 Teilnehmern bis zu 1,5 Stunden, was jenseits jeder Schmerzgrenze liegt, zum anderen besaß er auch noch die Dreistigkeit, einen Hannoverschen Spieler (Gilbert Schlüter) nicht mitspielen zu lassen, da er erst zu zweiten Runde erschien und die Teilnehmerzahl dadurch ungerade würde. Er dürfe aber gerne rumsitzen, und wenn ein anderer Spieler aussteigt, könne er ja für diesen einsteigen. Dafür brauche er dann auch kein Startgeld zu zahlen ... Dazu sei gesagt, dass bei dem gespielten System "MacMahon" ständig das Ein- und Aussteigen von Spielern möglich ist. Man kann dann entweder ein Freilos vergeben oder man hat vorher einen Joker organisiert. Dass man einen auswärtigen Spieler nicht mitspielen lässt, ist aber völlig unmöglich!

Außerdem braucht man auf dem Bremer Go-Turnier eine gute körperliche Kondition, da das gesamte Turnier ausschließlich auf dem Boden gespielt wird, was auf die Dauer doch ganz schön anstrengend ist. Ich musste mich dann auch noch bei der Siegerehrung ärgern, da die Preise für die ersten drei von hinten nach vorne vergeben wurden und die attraktivsten Sachen schon weg waren als ich an die Reihe kam. Für einen 5:0-Turniersieg hätte ich meiner Meinung nach schon den besten Preis verdient. Naja, man kann nicht immer alles haben ...

Zu den guten Seiten des Budo-Club-Turniers gehörte - wie schon letztes Jahr - gute Verpflegung, gemütliche Atmosphäre und spaßige Demonstrationen der dort üblicherweise stattfindenden Disziplinen. AAARGHHH hallte es immer wieder durch den Raum, als Wolf-Dieter Wichmann (u.a. Vizeweltmeister und 5 Dan im Karate) und einer seiner Kumpels wie Wildgewordene mit ihren Kendo-Schwertern über die Matten jagten. Allerdings hat Kendo in hoher Vollendung auch einen großen ästhetischen Wert á la Kurosawa.

Leider sind die folgenden Ergebnisse nicht komplett:

Christoph Gerlach (4 Dan), 5:0 (und Sieger des Turniers)
Ralph Tiefenthaler (1 Dan), 2:3
Tin Nguyen-Huu (1 Dan), ???
Aglef Stüwe (1 Kyu -> 1 Dan), 4:1 (endlich mal wieder ein neuer Dan-Spieler!)
Jost Bartholomäus (2 Kyu), 2:3
Christian Wenzel (3 Kyu), 2:2 (spielte Samstag nur zwei Runden)
Holger Krekel (3 Kyu), ???
Jürgen Meyer (7 Kyu -> 6 Kyu), 4:1
Ulf Draws (10 Kyu), 3:2

(Christoph Gerlach)

Messeturnier Hannover (11./12.4.1992)

Mit 158 Teilnehmern wird unser Turnier dieses Jahr wohl das größte auf deutschem Boden sein, haben die Hamburger Anfang Juni doch nur um die 140 Spieler anlocken können. Vor allem im Turnierkalender der deutschen Spieler ist Hannover ein fester Termin. Ich denke, das können wir schon als Kompliment an die jedes Jahr sehr gute Organisation interpretieren.

Auch das dieses Jahr wieder eingeführte moderate Startgeld und die dennoch attraktiven Preise - auch gerade für Kyu-Spieler - werden immer wieder gern genommen.

Auf der Organisationsseite möchte ich Frau Buttstädt, Frau Dörholt, Ralph Tiefenthaler und Marita, welche die Küche hervorragend am Laufen hielten, sowie Andreas Ensch, der den Computer für die Auslosungen bediente und mich damit sehr entlastete, erwähnen, die alle eine große Hilfe waren. Danken möchte ich auch allen anderen Hannoveranern, die z.B. beim Aufräumen geholfen haben und die es auch wieder ermöglichten, dass alle auswärtigen Spieler (ca. 110!) privat untergebracht werden könnten.

Gewonnen wurde das Turnier mit 5:0 wiederholt vom Rekordsieger und mehrfachen Deutschen und Europameister Jürgen Mattern (5 Dan) aus Berlin, der im Mai auch Deutschland auf der Amateur-WM in Japan vertrat und mit 5:3 ein akzeptables Ergebnis ablieferte. An der Spitze konnte kein Spieler 4 der 5 Partien gewinnen, so dass auf den Plätzen 2 bis 8 punktgleiche Spieler mit 3 Siegen folgten. Daher mussten die Gegnerpunkte entscheiden, bei denen Franz-Josef Dickhut (4 Dan) aus Lippstadt vor Lutz Franke (4 Dan) aus Hamburg die meisten hatte. Uns so spielten unsere Jungs und Mädels:

Platz 40: Boning Miao (1 Dan), 3:2
Platz 44: Holger Krekel (2 Kyu -> 1 Dan), 5:0 (und Gewinner einer Nihon-Kiin-Urkunde)
Platz 45: Tin Nguyen-Huu (1 Dan), 2:3
Platz 48: Heiko Schäfer (1 Dan), 2:3
Platz 49: Burghard Probst (1 Dan), 1:2 (Joker)
Platz 53: Aglef Stüwe (1 Dan), 2:3
Platz 54: Gilbert Schlüter (1 Kyu), 3:2
Platz 62: Wulf Kunisch (1 Kyu), 2:3
Platz 63: Jürgen Reinfeldt (1 Kyu), 2:3
Platz 71: Michael Rhotert (3 Kyu -> 2 Kyu), 4:1
Platz 73: Gery Born (1 Kyu), 1:4
Platz 74: Helmut Witten (1 Kyu), 1:4
Platz 78: Jost Alexander Bartholomäus (2 Kyu), 2:3
Platz 81: Detlev Struwe (2 Kyu), 2:3
Platz 83: Günter Klemm (2 Kyu), 1:4
Platz 89: Sabine Collin (4 Kyu), 3:2
Platz 91: Thomas Majewski (4 Kyu), 3:2
Platz 93: Detlev Ponnet (4 Kyu), 2:3
Platz 106: Benedigt Muschik (6 Kyu), 2:3
Platz 108: Jürgen Meyer (6 Kyu), 2:3
Platz 115: Andreas Gander (6 Kyu), 1:3 (spielte erst aber der 2. Runde mit)
Platz 124: Ulf Draws (9 Kyu), 3:2
Platz 126: Tsuyoshi Watanabe (8 Kyu), 1:4
Platz 131: Michael Mensching (9 Kyu), 1:4
Platz 135: Silke Schulze-Gattermann (11 Kyu), 3:2
Platz 136: Oliver Festerling (11 Kyu), 3:2
Platz 138: Fabian Rosenschein (11 Kyu), 2:3
Platz 142: Jörg Sander (13 Kyu), 4:1
Platz 147: Frank Bollmann (13 Kyu), 1:4
Platz 150: Hermann Boemke (14 Kyu), 1:4

Besonders erwähnenswert ist noch die Leistung von Holger Krekel (jetzt 1 Dan), der mit einem 5:0 die Nihon-Kiin-Urkunde (entspricht einem Dan-Diplom) für die zweite Gruppe gewonnen hat. Leider haben die anderen Hannoveraner überwiegend durchschnittlich bis schlecht abgeschnitten. In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal daran erinnern, dass Hochstufungen möglichst nur nach Turnierergebnissen vorgenommen werden sollten und nicht nach Erfahrungen am Spielabend, da diese eine vereinsinterne Inflation bewirken und dann zu weniger schönen Ergebnissen (1:4) führen. Wer keine Turniere spielt, muss sich natürlich nach anderen Kriterien hochstufen, sollte mich aber ruhig mal vorher fragen. Für seine Einstufung ist zwar letztendlich jeder selbst verantwortlich, man sollte aber auch daran denken, dass die eigene Einstufung auch die Einstufungen der anderen Spieler beeinflusst. Inflation in unserer Go-Gruppe sollte vermieden werden.

(Christoph Gerlach)

Paris (17.-20.4.1992)

Alle Jahre wieder - zu Ostern - in Paris. Eins der wenigen Turniere, bei denen wir uns auch mal Zeit nehmen, nicht nur fremde Go-Steine sondern auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bewundern. Aus Erfahrung der letzten Jahre (da haben wir auch schon mal 3 Stunden gewartet) ließen wir uns am Samstag beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt in Chaton und dem anschließenden Mittagessen ausreichend Zeit und trafen dann etwa eine Stunde nach dem offiziellen Turnierbeginn am Spielort ein - und siehe da - es war schon losgegangen. Glücklicherweise kam auch gerade noch ein Holländischer 2 Dan zu spät an, so dass ich keine Mühe hatte, meine erste Partie zu verlieren. Wenn die Startgebühren weiter so stetig steigen wie bisher (150 FF für Vorangemeldete (45 DM) bzw. 200 FF (60 DM) für die Anderen), ist wohl ein Ende der Turnierteilnahme abzusehen. Ist schon prima, wenn die Kleinen zusammenlegen, damit die Großen absahnen! Aber sonst (Wetter, Unterkunft, Unternehmungen) war's mal wieder saugut. Und so lief's:

Ralph Tiefenthaler (1 Dan), 4:2
Günter Klemm (2 Kyu), 2:4

(Ralph Tiefenthaler)

München (2./3.5.1992)

Es kommt ja nicht alle Tage vor, dass man zu so weit entfernten Turnieren fährt. Aber trotz der natürlich etwas stressigen Fahrt hat es sich gelohnt. Natürlich muss man das Ganze etwas relativieren. Es klappte nicht alles gut (z.B. die Verpflegung wurde bemängelt), aber dafür, dass dies das erste Turnier der Organisatoren war, lief's doch recht gut. Und so spielten wir:

Christoph Gerlach (4 Dan), 5:0 uns Sieger
Holger Krekel (1 Dan), 2:3
Sabine Collin (4 Kyu), 3:2
Jürgen Meyer (6 Kyu -> 5 Kyu), 4:1

(Christoph Gerlach

Winfried Dörholt wird DGoB-Präsident (9.5.1992)

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass es sich schon herumgesprochen hat, aber damit es auch archivgerecht festgehalten wird, sei hier noch einmal von der Delegiertenversammlung des Deutschen Go-Bundes (DGoB) am 9.5.1992 in Neustadt/Harz berichtet.

Im Laufe des letzten halben Jahres spitzte sich das schlechte Verhältnis zwischen dem ehemaligen Präsidenten des DGoB Dr. Thomas Pfaff und diversen Go-Spielern und Funktionären im DGoB zu, so dass die Vertreter der Landesverbände schon im Vorfeld der Delegiertenversammlung beschlossen, möglichst personelle Konsequenzen zu ziehen. Bei der Suche nach einem möglichen Nachfolger sprach man erfreulicherweise auch Winfried Dörholt an, der nach einigem Zögern schließlich einwilligte, mit der Absicht, wieder Frieden und Kontinuität in die Deutsche Go-Landschaft zu bringen. Am 9.5. wurde dann Dr. Thomas Pfaff von Winfried Dörholt im Vorsitz des DGoB abgelöst. Von hier aus sei noch einmal herzlich gratuliert. Erfreulich war auch, dass es zu keiner Kampfabstimmung kam, sondern dass sich Dr. Thomas Pfaff bereiterklärte, seine nie bezweifelte fachliche Kompetenz auch in der Zukunft dem DGoB in geeigneten Bereichen zur Verfügung zu stellen.

Hannover scheint sowieso eine wahre Schmiede für Go-Funktionäre zu sein, so ist der Ex-Hannoveraner Tobias Berben-Golisch seit einiger Zeit Vorsitzender des Hamburger Landesverbandes, der ebenfalls Ex-Hannoveraner Jörg Bredemeier ist im Hessischen Landesverband und in der Satzungskommission des DGoB tätig und auch ich übernehme Aufgaben im DGoB (Fachsekretariat Spitzensport und DGoB-Turniere). Ich finde das jedenfalls bemerkenswert.

(Christoph Gerlach)

Pair-Go-DM in Hannover (16./17.5.1992)

Da die Japaner letztes Jahr auf die Idee kamen, ein Paar-Rengo-Turnier zu veranstalten, zu der aus jedem Land ein Paar eingeladen wurde, sollte ab diesem Jahr jeweils der deutsche Teilnehmer in einem Turnier ausgespielt werden, in der Hoffnung, dass die Japaner überhaupt wieder so großzügig ausländische Teams einladen.

Der Einladung zu dem Turnier folgten neun Paare (Bedingung war Männlein/Weiblein und Mindestspielstärken 5 Kyu/1 Dan) aus ganz Deutschland. Auch aus Hannover nahm mit Sabine Collin (4 Kyu) und Christoph Gerlach (4 Dan) ein Paar teil.

Gespielt wurde im Forum für Politik und Kultur in Linden. Der Turnierort erwies sich für die kleine Teilnehmerzahl als ideal und bei dem guten Wetter wurden viele Partien in dem Hinterhof gespielt.

Beim Rengo (oder auch Familien-Go) spielen mehr als zwei Spieler ein Spiel. Dabei teilen sich alle teilnehmenden Spieler in zwei Gruppen, wobei diese Spieler dann reihum ohne Absprache für die Gruppe ziehen. Beim Paar-Rengo bestehen die Gruppen jeweils aus einem Paar (Männlein/Weiblein).

Im Laufe des Turniers stellte sich zu unserer Überraschung heraus, dass alle Teams ungefähr gleich stark waren und dass mögliche Favoriten ihrer Rolle nicht gerecht wurden. So gewannen völlig unerwartet Birgit Ohlenbusch (1 Kyu) und Felix Schadendorf (1 Dan) aus Kiel. Sabine und ich wurden leider nur unglücklich Vierte (über unsere Verlustpartien gegen Kirsten Hartmann (4 Kyu) und Jan Schröer (4 Dan) sowie gegen Hildegard Puttkammer-Klinger (1 Kyu) und Markus Beutel (1 Dan), beide Teams kommen aus dem Ruhrgebiet, hüllen wir doch lieber den Mantel des Vergessens). Als einziges Trostpflästerchen kann man werten, dass wir als einzige gegen das Siegerteam gewannen.

Dank möchte ich noch an Christian Wenzel richten, der sich um die Verpflegung kümmerte (Ralph half noch beim Einkaufen), an Burghard Probst, der einige Fotos für die Go-Zeitung und meinen Bericht nach Japan schoss, sowie an Jost Bartholomäus, der uns über die "Adesso" die Räumlichkeiten besorgte. Nächstes Jahr wird es unabhängig davon ob die Japaner wieder eine Rengo-WM durchführen, wieder ein deutsches Rengo-Turnier stattfinden. Das ist jedenfalls der Wunsch der teilnehmenden Teams gewesen. In Hannover wohl aber zur Abwechselung mal nicht.

(Christoph Gerlach)

Herne (23./24.5.1992)

Obwohl die Veranstalter kaum Werbung betrieben, kamen dennoch ca. 60 Spieler zu diesem Ruhrgebiets-Turnier. Gespielt wurde im Revierpark Gysenberg, einer größeren Parkanlage mit Tiergarten und Schwimmbad, bei bestem Wetter. Solche Turnierorte wünscht man sich doch immer wieder. Nicht so toll fand ich hingegen, dass Privatquartiere nicht von den Herner Veranstaltern vermittelt wurden, sondern dass wir andere Turnierteilnehmer aus dem Ruhrgebiet ansprechen mussten, ob wir denn vielleicht bei ihnen unterkommen können. Das war schon etwas unangenehm, auch wenn wir letztlich ca. 35 km entfernt ein Quartier bekamen. Ansonsten gab es keine Probleme. Die Verpflegung war gut und die Auslosungen von Andreas Ensch zuverlässig wie immer. Erfreulicherweise kamen auch nicht so viele starke Spieler, so dass ich mal wieder mit ein wenig Glück (in der letzten Runde musste ich auf ein Quasi-Selbstatari meines Gegners warten, um noch zu gewinnen) mit 5:0 ein Turnier gewonnen habe. Und so spielten wir im Überblick:

Christoph Gerlach (4 Dan), 5:0 und Sieger des Turniers
Jürgen Meyer (6 Kyu -> 5 Kyu), 4:1
Ulf Draws (9 Kyu -> 8 Kyu) 3:2
Thorsten Hoffmann (11 Kyu), 1:4

(Christoph Gerlach)

Amsterdam (28.-31.5.1992)

Nachdem das Amsterdamer Go-Turnier letztes Jahr ein derber Reinfall war, konnten die Organisatoren dieses Jahr ihren Ruf wieder stabilisieren. Als besonderen Glücksfall erwies sich hierbei, dass vor kurzem in Amstelveen (ca. 10km südlich von Amsterdam) das europäische Go-Zentrum vom Nihon-Kiin eröffnet wurde. Das einstöckige Gebäude steht mit seinen großzügigen Räumlichkeiten voll für Go-Turniere zur Verfügung, so dass nicht zu erwarten ist, dass wir jemals wieder in einer Ruine wie letztes Jahr spielen müssen. Auch was die Verpflegung am Turnierort angeht hat sich einiges verbessert. Die Preise sind zwar nach wie vor überdurchschnittlich, aber im gerade noch tolerierbarem Rahmen; und wer weiß, was ihn erwartet, schaut halt doch noch mal vorher im Supermarkt vorbei. Sehr angenehm war auch, dass die Japaner ca. 50 Satz edelstes Spielermaterial - Wert pro Satz (Muschelsteine, Dosen und schöne Bretter) ca. 1000 DM! - bereitgestellt haben. Erfreulich war auch, dass die beiden Hannoveraner Autos privat untergekommen sind was die Kosten im Rahmen hielt. Ärgerlich war eigentlich nur die Parkkralle, die Gilbert's Auto am Freitagmorgen lahm legte, da wir die Autos über Nacht auf Parkplätzen mit Parkuhren abstellten und morgens natürlich nicht die Parkuhren fütterten. So hat das die Fahrt doch um satte 120 Gulden (ca. 110 DM) verteuert.

Gewonnen wurde das Turnier ausnahmsweise nicht von Guo Juan (6 Dan), sondern von Shen (6 Dan), da Guo bereits in der ersten Runde überraschen gegen Vladimir Danek (5 Dan) verlor, der wiederum sonst keine Bäume ausriss (wenn man davon absieht, dass der Schlingel auch gegen mich gewonnen hat...). Jedenfalls führte die CUSS-Regelung dazu, dass Guo keine Chance mehr hatte, das Turnier zu gewinnen, obwohl sie gegen alle Top-Platzierten gewann. Am Ende wurde sie Zweite hinter Shen, der erst in der letzten Runde verlor was entscheidend für die CUSS-Punkte ist. Als bester Deutscher erreichte David Schoffel (5 Dan, Köln) den 4. Platz was sehr erfreulich ist. Ich konnte mich entgegen aller Hoffnungen und Erwartungen nur unter ferner liefen platzieren. Ich hatte aber auch ausgesprochenes Pech als ich gleich zwei Partien mit einem halben Punkt verlor (beide Male natürlich völlig unnötig). Na ja, man kann nicht immer gewinnen. Und so spielten die Hannoveraner:

Platz 16: Christoph Gerlach (4 Dan), 3:4
Platz 42: Tobias Berben-Golisch (3 Dan), 3:4
Platz 57: Holger Krekel (1 Dan), 4:3
Platz 70: Gilbert Schlüter (1 Kyu), 4:3
Platz 76: Gery Born (1 Kyu), 4:3
Platz 103: Thomas Majewski (3 Kyu), 4:3
Platz 118: Sabine Collin (4 Kyu), 4:3

(Christoph Gerlach)

Hamburger Affensprung (6.-8.6.1992)

Wie auch schon die anderen Turnierberichte zeigten, erfreuen sich auswärtige Turniere bei den Hannoverschen Go-Spielern zur Zeit größter Beliebtheit. Umso erfreulicher in Hamburg, dass fast alle Spieler ein positives Ergebnis erreicht haben. So konnte Jürgen Meyer mit einem 5:1 seine aufsteigende Form dieses Jahr fortsetzen und spielt ab sofort 4 Kyu. Auch ich spielte mit 4:2 recht gut und errang auch durch einen 7./8. Platz meine ersten Fujitsu-Grand-Prix-Punkte (4 oder so).

Auch vom gemütlichen Standpunkt erfüllte das "nur" von 140 Spielern besuchte Turnier alle Erwartungen. So kamen alle Spieler (wie üblich) privat bei Hamburger Go-Spielern unter. Der traditionelle Turnierort und das sehr angenehme Wetter, was auch das Spielen im Hinterhof ermöglichte, leisteten das Übrige. Ganz wichtig war natürlich der unumgängliche Besuch beim Chinesen (gut und billig) mit dem großen runden Tisch, an dem wir wieder alle Platz fanden.

Gewonnen hat das Turnier übrigens mal wieder Guo Juan (6 Dan, in Holland lebende Chinesin, die auch schon einmal Profi war) mit 5:1 Siegen. Sie gewann zwar gegen den Hauptmitfavoriten Shen (6 Dan, in Mainz lebender Chinese), verlor aber gegen den Holländischen Spitzenspieler Frank Janssen (6 Dan). Und so schnitten die Hannoverschen Go-Spieler ab:

Christoph Gerlach (4 Dan, 7./8. Platz, 4:2
Holger Krekel (1 Dan), 4:2
Ralph Tiefenthaler (1 Dan), 4:2
Tin Nguyen-Huu (1 Dan), 3:3
Aglef Stüwe (1 Dan), 3:3
Jost Bartholomäus (2 Kyu -> 1 Kyu), 4:2
Michael Rhoter (2 Kyu), 3:3
Christian Wenzel (3 Kyu), 3:3
Sabine Collin (4 Kyu -> 3 Kyu), 4:2
Jürgen Meyer (5 Kyu -> 4 Kyu), 5:1
Ulf Draws (8 Kyu), 3:3
Thorsten Hofmann (11 Kyu), 2:4

(Christoph Gerlach)

Köln (13./14.6.1992)

Hier habe ich von Jürgen Meyer nur ein paar Stichworte erhalten. So sollen ca. 80 Spieler teilgenommen haben, von denen Herr oder Frau "Äh..." gewonnen hat. Besondere Aufmerksamkeit wurde offenbar auch dem Preis der belegten Brötchen beigemessen. Zu Beginn des Turniers kostete ein halbes Brötchen noch 1 DM, später dann nur noch die Hälfte. Positiv war sicher auch, dass Kaffee und Tee umsonst war.

Eine sicher wichtige und interessante Nachricht resultiert aus der Mitgliederversammlung des Go-Verbandes NRW, auf der Regnia Quest zur neuen Präsidentin des Landesverbandes gewählt wurde, die damit den Kurzzeitpräsidenten Klaus Fittges ablöst. In NRW wird diese Wahl übrigens mit großer Erleichterung hingenommen, war man mit dem alten Vorstand doch sehr unzufrieden.

Uns so spielten die einzigen beiden Abgesandten:

Sabine Collin (3 Kyu), 1:4
Jürgen Meyer (4 Kyu), 2:3

(Na ja, wenn ich mal nicht dabei bin...)

(Christoph Gerlach)

Erika Buttstädt gestorben (16.6.1992)

Für uns Go-Spieler plötzlich und unerwartet ist Frau Buttstädt am 16. Juni gestorben. Bis vor wenigen Wochen noch war sie, so schien es uns jedenfalls, frisch und aktiv jeden Montag beim Klubabend. Dann fehlte sie auf einmal, man wusste nicht warum. Schließlich erfuhren wir, dass sie im Krankenhaus liegt. Von einer offenbar schweren Operation hat sie sich nicht mehr erholt.

Es wird lange dauern, bis wir das begriffen haben. Denn Frau Buttstädt war gewissermaßen die Mutter des Hannoverschen Go-Lebens. Zusammen mit ihrem Mann, der vor wenigen Jahren gestorben ist, gehörte sie zu den Gründern unserer Go-Abteilung, war also länger im Klub als jeder von uns. In der Stille, beharrlich und unermüdlich, trug sie dazu bei, dass die Go-Abteilung funktionierte. Und ihre ca. 40jährige Zugehörigkeit zum RSV sorgte dafür, dass es zwischen Vorstand, Geschäftsleitung und Abteilung nie Probleme gab bzw. alle auftauchenden Fragen einvernehmlich geklärt wurden.

Frau Buttstädt kam fast immer als erste zum Spielabend, schloss auf, wischte die Tische ab, leerte Aschenbecher, holte Spiele heraus ("Für die Uhren ist aber Herr Bartholomäus verantwortlich"), sorgte für Ordnung und für Getränke, plauschte mit dem Pförtner, bat auch mal nebenan Feiernde, die störende Musik etwas leiser zu stellen und spielte bis zuletzt regelmäßig und ziemlich gleichmäßig als 14. Kyu solide Partien, gewann mit Freude und verlor, ohne sich zu ärgern.

Auch alle auswärtigen Gäste, die uns besuchten, kannten sie. Mit manchen war sie über Jahrzehnte hin befreundet. Und jeder, er von weither kam, wurde besonders herzlich von ihr empfangen. Das gilt vor allem für unser Messeturnier. Schon im Vorfeld dieses Großereignisses war sie jedes Mal emsig tätig, verschickte Einladungen, verhandelte mit dem Kantinenwirt, warb um Helfer und so weiter. Am Turnierwochenende selbst war sie von morgens bis abends im Einsatz, kochte Kaffee und verkaufte selbstgebackenen Kuchen und Kartoffelsalat, den sie eimerweise vorher bereitet hatte. Nach dem Ende des Turniers war sie meist fix und fertig und dennoch bereit, sich im nächsten Jahr ebenso wieder voll einzusetzen.

Go-Klubs bestehen ja vorwiegend aus jungen Leuten. Auch bei uns ist das so. Um so erstaunlicher war es, wie selbstverständlich sich Frau Buttstädt an allem beteiligte, wie natürlich sie auch mit jungen Go-Spielern umging, sich für sie interessierte, über alles mögliche bescheid wusste, was man trieb, auch mal schimpfte, wenn sich jemand danebenbenahm, länger Abwesende freudig wieder begrüßte und sich über jedes neue Mitglied freute; denn auch die Mitgliederkartei, die Beitragszahlungen und die Verteilung der Vereinsnachrichten waren ihre Domäne.

Oft hört man, wenn jemand verstorben ist: "Wir werden ihn vermissen". Bei Frau Buttstädt ist das keine leere Formel. Wir werden sie wirklich vermissen. Es wird schwer fallen, sich vorzustellen, dass sie nicht im Bundesbahn-Casino ihres Amtes waltet, dass sie nicht mehr wie selbstverständlich an jedem Spielabend da ist und unauffällig regelt, was zu regeln ist, dass sie nicht mehr mit trockenen, humorvollen oder sorgenden oder mahnenden Anmerkungen begleitet was wir tun. Nicht nur das "Go-Leben" hat ein wertvolles Mitglied verloren, sondern wir alle eine lebenstüchtige, selbstbewusste ältere Dame, die wir mochten, schätzten und respektierten.

(Peter Schnaus)

Kiel (27./28.6.1992)

Tja, Kiel war für mich persönlich dieses Jahr etwas ein Reinfall. Obwohl an der Spitze keine ernsthafte Konkurrenz nach Kiel gekommen war (die Hamburger blieben fern), habe ich es geschafft, doch nur Zweiter zu werden. Peinlicherweise habe ich in der vierten Runde gegen Niek van Diepen aus Holland (kommt eigentlich jedes Jahr nach Kiel) verloren, was eigentlich unverzeihlich ist, denn so toll spielt Niek nicht.

Ansonsten waren unter den 65 Teilnehmern auch reichlich Hannoveraner, was wiederum erfreulich ist. Unterkunft, Spielort und Verpflegung waren eigentlich wie immer, so dass ich jetzt Zeilen sparen werde und direkt zu den Ergebnissen komme:

Platz 2: Christoph Gerlach (4 Dan), 3:1
Platz 11: Burghard Probst (1 Dan), 1:3
Platz 15: Thomas Majewski (3 Kyu -> 2 Kyu), 4:0
Platz 17: Detlef Struve (2 Kyu), 2:2
Platz 18: Sabine Collin (3 Kyu), 3:1
Platz 25: Günter Klemm (2 Kyu), 0:4
Platz 51: Thorsten Hofmann (11 Kyu), 2:2

(Christoph Gerlach)

Leipzig (27./28.6.1992)

Zuerst den Hintergrund:

Durch die Städte-Partnerschaft mit Leipzig war der dortige Go-Club von jeher unser Ansprechpartner im Osten. Doch bis zur Öffnung der Mauer blieb es ausschließlich bei brieflichen Kontakten.

Im Frühjahr 1990 kamen denn Massen von Leipzigern nach Hannover, und darunter auch Go-Spieler. Dieser Spielabend bei den Dörholts war recht interessant. Wenn es auch bei dieser ersten deutsch-deutschen Begegnung zu Missverständnissen kam, blieb sie, wie ich glaube, für beide Seiten in guter Erinnerung.

Das nächste Zusammentreffen war natürlich das Messe-Turnier. Und darauf folgte im Herbst ein Treffen im Harz. Diese Go-Wochenenden in Altenau gab es schon früher, wurden wegen Überfüllung dann leider eingestellt. Nun konnte man mit Leipziger Bier erneut die schöne Gegend und das ausgiebige Go-Spielen genießen. Es folgte das Messe-Turnier ’91 und dann das erste Go-Turnier in Leipzig mit westdeutscher Beteiligung. Mit 30 Leuten etwas klein, war es sonst ein sehr angenehmes Turnier. Die Stadt Leipzig ist natürlich interessant, die Geschichte der Universität, der Messe und der größte deutsche Bahnhof sind nur einige Aspekte. Da ich bei diesem Turnier in einer sehr schönen Neubau-Siedlung mitten in der Stadt untergebracht war, verbrachten wir die Abende im Zentrum. Bemerkenswert war der Besuch der Bastei. Im Stadtkern, neben dem Uni-Hochhaus für Geisteswissenschaften gelegen, ist die Bastei ein Überbleibsel der ehemaligen Stadtbefestigung, etwa aus der frühen Neuzeit. In ihren halb vergrabenen sehr hohen Gewölben haben die Leipziger Studenten gegen Ende der sechziger Jahre, also in der Aufbruchphase der DDR Jugend (vgl. Gründung von DT 64, politische und kulturelle Öffnung, neues Selbstbewusstsein), einen wirklich traumhaft schönen Studenten-Club eingerichtet. Sowohl für das Turnier als auch für die Bastei sollte ein Besuch wohl obligatorisch sein!

Die Fortsetzung dieser Treffen waren das Leipziger Turnier am 27./28.6.92 und das Treffen am XX.XX-XX.XX.’92 in Altenau. Die Leipziger waren mit drei Mann etwas schwach besetzt, doch ergab sich daraus keine Lücke, da sich diesmal erfreulicherweise vier Frauen unter die Go-Spieler wagten. Insgesamt waren wir ca. 12 und ein Hund.

Und der Turnierbericht:

In diesem Jahr war Leipzig Pokalturnier, leider an dem Wochenende des Kieler-Woche Turniers. Trotz dieses Handikaps bekamen wir noch ein Auto voll. Der Turnierort war wieder in Grünau, und diesmal waren ich und Holger auch für die Nacht hier untergebracht. Grünau ist eine Trabantenstadt mit mehr als fünfzigtausend Einwohnern und in Folge des großen Bedarfs an Wohnungen in der DDR verzichtete man während des Baus immer mehr auf die in der Planung durchaus berücksichtigten Bauten für eine lebendige Infrastruktur (Läden, Kneipen, Restaurants, Schulen, Bäder, Ämter usw.). Seit der Wende stehen zwischen den Hochhäusern viele Zelte mit Supermärkten und anderen Läden, und inzwischen gibt es auch einige Neubauten (für Autohändler).

Das Turnier war in diesem Jahr etwas besser besetzt als im Vorjahr (wg. Pokalturnier), und mit den Nechanickys gab es sogar ausländische Teilnehmer. Gewonnen hat Radek Nechanicky und die Ergebnisse der Hannoverschen Spieler lauten:

Jost Alexander Bartholomäus (2 Kyu), 2:3
Winfried Dörholt (1 Dan), ?
Holger Krekel (1 Dan), 2:3
Jürgen Meyer (4 Kyu), 4:1

Auf der Rückfahrt haben wir wieder die Stadt Quedlingburg besichtigt, so dass die Fahrt in dieser mittelalterlichen Stadt einen schönen Ausklang fand.

(Jost Alexander Bartholomäus)

Lippstadt (4./5.7.1992)

Turnier und Schützenfest in einem - was will man mehr?

Die Anekdoten, die man sich in Go-Kreisen über dieses Turnier erzählt sind sagenumwoben. Während des Rengo-Turniers in Hannover überzeugte mich FJ Dickhut dann endgültig, am 5. Lippstädter Go-Turnier teilzunehmen. So kam es, wie es kommen musste. Vier Hannoveraner brachen wie immer etwas verspätet auf, um dann doch noch unter Missachtung der StVO pünktlich zum verlängerten Anmeldeschluss einzutrudeln. In der MacMahon-Gruppe mit 63 Teilnehmern versuchten wir dann unser Glück. Da Christoph nicht bei uns war, brauchten wir uns auch keine Gedanken um einen der vorderen Plätze zu machen, so dass wir frei aufspielen konnten. Ich verzockte dann auch gleich meine erste Partie gegen Kirsten Hartmann. Diese Partie ist im Lippstädter Turnierinfo mit Kommentaren wie “Schwarz nimmt wohl gerade eine Auszeit...” und “Da fahrn sie ab in Gottes tiefen Keller” verewigt. Nach drei Runden Go war es dann endlich soweit. Jürgen und ich hatten zwei der begehrten Übernachtungsplätze bei den Dickhuts ergattert und konnten uns auf dem Schützenfest austoben. Dort konnten wir die erbrachten Leistungen (?) bei zünftiger Musik mit Bier in einer 15er Runde diskutieren. Die Siege(ne)rin Pei Zhao (5 Dan) überstand das Schützenfest mit Mineralwasser und FJ (4 Dan, 2ter) konnte seine einzige Verlustpartie (gegen Pei in der dritten Runde) auch ordentlich begießen. Die Themen wechselten so schnell wie der Alkoholgehalt stieg, und nachdem alle Hemmungen fielen, konnten wir auch unsere Tanzkünste ausprobieren. Irgendwann kamen wir dann irgendwie doch noch zum Schlaf, so dass wir den Sonntag auch noch überstanden. Ich kann allen GO-Spielern, die Spaß an “Etwas mehr als GO” haben, Lippstadt wärmstens empfehlen. Leider ist der Termin des nächsten Turniers noch unklar, da die Lippstädter, wie viele kleinere GO-Clubs, Probleme bei der Unterbringung der Leute haben.

Und so schnitten wir ab:

Sabine Collin (3 Kyu), 3:2
Christian Wenzel (3 Kyu), 3:2
Jürgen Meyer (4 Kyu), 3:2
Thorsten Hofmann (11 Kyu), 2:3

(Christian Wenzel)

Go-Kongress in Canterbury (25.7.-8.8.1992)

Ich will jetzt auf keinen Fall hier den Turnierbericht von mir und Jürgen Meyer aus der Go-Zeitung abschreiben. Wen das alles interessiert, soll mal einen Blick in der Go-Zeitung riskieren. Ich werde mich also darauf beschränken, uns hochzuloben und über dies und das zu berichten, was beim Artikel in der Go-Zeitung unter den Tisch gefallen ist.

So vergaß ich völlig zu erwähnen, dass in der zweiten Woche wieder eine “British Go-Song-Partie” stattfand (wie eigentlich jedes Jahr). So wurden also wieder im Dutzend Go-Songs zu bekannten Melodien geschmettert, obwohl die Aussage zu Gunsten der Reime oft etwas obskur war. Einige Texte freilich konnte man überhaupt nicht verstehen, z.B. als die Finnen ihre Lieder im halb- bis volltrunkenen Zustand zum Besten gaben. Von vielen als das Ereignis des Kongresses überhaupt bezeichnet, find ich’s allmählich etwas öde, läuft es schließlich jedes Jahr gleich mit den gleichen Songs. Aber den Leuten gefällt’s.

Super fand ich aber die beiden Fußballspiele, obwohl ich das erste verpasst hatte. Das war wirklich ein prima Ausgleich zu dem rumhocken vorm Go-Brett. Und da ich sogar ein Tor geschossen habe, kann ich mich als an der 3-8 Niederlage meiner Mannschaft unschuldig bezeichnen... Die Idee Sport und Go zu verbinden finde ich im übrigen sehr gut. So träume ich schon lange von einer Ski-Freizeit in den Alpen nur mit Go-Spielern.

Jetzt wird's aber Zeit fürs Hochloben:

Da aus Hannover nur Jürgen Meyer, Sabine Collin und ich angereist waren, bleibt's wohl auch noch durchsichtig, wenn ich die Ergebnisse im fließenden Text präsentiere. Die erste Woche verlief für uns drei eigentlich alle ganz gut. Jürgen legte gleich ein 4:0 vor und verlor dann noch mal. Auch Sabine stand nach der ersten Woche 4:1, so dass sie weiter auf das angestrebte 7:3 hoffen konnte. Und auch ich konnte mit 3:2 zufrieden sein. Ärgerlich war nur die erste Runde gegen Frank Janssen. Die Partie verlief wirklich ultrahart und ich war für den Rest des Tages nicht mehr ansprechbar. Zwar stand ich nach einem Josekifehler in der ersten Ecke eher schlecht, konnte aber durch einen Squeeze neue Chancen eröffnen. Und dann packte Frank (in meinen Augen) ein Overplay nach dem anderen aus und ich war in der Folge leider zu unkonzentriert, um ihn komplett umzubringen. So lebte er dann doch noch irgendwann mitten in meinem Monstermoyo. Allerdings auch auf Kosten seiner Gebiete. Aber dann wollte ich zu schlau spielen, da ich dachte, er hätte mehr Gebiet, hatte er aber gar nicht. Da sieht man’s wieder: simpel spielen. So bekam er an einer Stelle doch noch mehr Punkte, als ihm zustanden und ich verlor mit 2,5 Punkten. Die zweite Woche war dann von unterschiedlichem Erfolg für uns geprägt. Jürgen glich leider zum 5:5 aus und Sabine schaffte nur ein 6:4. Ich spielte insgesamt dann auch 6:4 und konnte letztendlich mit meinem 15. Platz zufrieden sein.

Bei den Begleitturnieren konnte ich zum zweiten Mal nach 1988 das 13*13-Turnier gewinnen. Beim Blitzen war ich nicht in Form und schied relativ früh aus. Erfreulicher war da schon das Paar-Go-Turnier, bei dem Sabine und ich den 3. Platz unter 32 teilnehmenden Paaren erreichen konnte. Insgesamt ist es also ganz gut für uns gelaufen.

(Christoph Gerlach)

Dortmund (29./30.8.1992)

Auch anno 1992 hat sich wieder eine Abordnung Hannoverscher Spieler auf den Weg zum Dortmunder Turnier gemacht. Mit von der Partie waren diesmal außer mir noch Peter Hein, Jürgen Meyer und Christian Wenzel. Wobei letzterer es doch tatsächlich vorzog, nicht am Turnier teilzunehmen, sondern stattdessen “in Familie zu machen”.

Jürgen und ich waren am Freitagabend bei Alfred, einem der Turnierorganisatoren, hervorragend untergebracht und freuten uns schon auf des Essen am nächsten Abend, da wir Dank Christoph’s Abwesendheit ausnahmsweise mal nicht zum Chinesen mussten.

Aber zuerst galt es am Samstagmorgen unserem Gastgeber beim Transport der riesigen Kuchenmengen vom Bäcker zum Turniertort zu helfen. Erstaunlicherweise ging das ohne größere Verluste (schmatz...schmatz, die Red.) über die Bühne. So konnten wir uns zumindest am Samstag über frischen Pflaumenkuchen freuen und auch an der restlichen Verpflegung war nichts auszusetzen.

Gespielt wurde auch dieses Jahr wieder in zwei Räumen der Dortmunder Uni und im Verlaufe der fünf Runden durfte ich immer abwechselnd im, wie Achim Klenke es nannte, Kinder- bzw. Erwachsenenraum spielen. Wobei ich im einen alle Partien gewinnen konnte und im anderen alle verlieren musste. Die amtierende Deutsche Meisterin (Monika Ibing) war dann doch noch eine Nummer zu groß für mich.

Am Ende des ersten Tages standen Peter, Jürgen und ich relativ ausgeglichen mit 1:2 bzw. 2:1 und konnten somit ruhigen Gewissens zur großen Völlerei ansetzen. Ort des Geschehens war dann ein italienisches Restaurant, wo die hereinstürmenden Go-Spieler wahrscheinlich über die Hälfte der gesamten Gästeanzahl ausmachten.

Während Peter wieder bei Bekannten nächtigte, war ich mit Jürgen jetzt bei Martin Quest untergebracht. Zusammen mit Franz-Josef Dickhut (4. Dan), der nach einem Sieg über Zhao Pei (5 Dan) 3:0 im Turnier stand und nun darüber klagte, dass er jetzt schon kleine Mädchen schlagen würde, bevor er anfing, über das Go-Spielen an und für sich zu philosophieren. Wobei er feststellte, dass er doch eigentlich gar nichts wüsste und man das Spiel doch irgendwie überhaupt noch nicht verstanden habe. Das hielt uns arme Kyus am nächsten Tag natürlich nicht im mindesten davon ab, uns wieder ans Brett zu setzen und dem Geheimnis hinterher zu jagen.

Enden tat das Ganze dann mit:

Sabine Collin (2 Kyu), 3:2
Peter Hein (3 Kyu), 2:3
Jürgen Meyer (4 Kyu -> 3 Kyu), 3:2

Wäre noch zu erwähnen, dass Peter und Jürgen in einer Runde gegeneinander gelost wurden und Jürgen diese Partie für sich entscheiden konnte.

Sieger des Turniers wurde übrigens F.-J. Dickhut vor Zhao Pei.

(Sabine Collin)

Bochum (3./4.10.1992)

Endlich mal wieder ein Turnier im Ruhrgebiet... Im bestens geeigneten Freiherr von Hardenberghaus fand der diesjährige Bochumer Bambus statt. Obwohl wir auf Sen-Sei verzichten mussten (Prüfung) / durften (endlich mal keine Kommentare), fanden doch drei (Holger, Peter, Jürgen M.) Spieler plus zwei (Winfried D., Christian) Funktionäre (war doch die Delegiertenversammlung des DGoB in Bochum) aus Hannover den Weg in die Stahlmetropole. Spielerisch waren die Erfolge nicht so berauschend (Holger 3:2, Peter 1:3 (spielte nur vier Runden mit), Jürgen 3:2 (nach 3:0, ärgern..., d.h. wenigstens die Führung im Deutschlandpokal konnte ich damit verteidigen...)), so konnten die Funktionäre doch das Bestehen der DGoZ sichern.

Zum Ambiente: Gewonnen hat Zhao Pei (5 Dan, Siegen) vor F.-J. Dickhut (4 Dan, Lippstadt).

Für Juristen: Allseits bekannter / berüchtigter Mijnheer Verhoeven (3 Kyu (?), Holland) fragte mich am Morgen des Sonntags vor dem Frühstück: "Wann gilt ein Zug im Go als ausgeführt?" - Oh je, wer weiß Rat? Ich würde sagen: "Is' dat denn wichtig?" - und so bleibt diese Frage für den Deutschen Sprachraum weiter ungeklärt.

Für Hartgesottene: Horst-Alfred Sudhoff (4 Dan (solange ihn die Ami's ab und zu mal gewinnen lassen...), Bochum) langweilte alle, die es nicht wissen wollten, damit, dass er in den USA ein Turnier gewonnen hatte. Da woll'n wa auch hin!

(Jürgen Meyer)

Harzliga 1992

Dieses Jahr läuft die Harzliga noch etwas schleppend. So haben wir erst zwei Partien gegen Göttingen und Nordhausen gespielt und müssen folglich in den verbleibenden Monaten noch 4 Partien spielen. Zum Glück haben wir eigentlich immer Heimrecht, d.h. mit den Braunschweigern müssen wir noch darüber reden, da es in Braunschweig zwei Mannschaften gibt und es eventuell leichter für uns ist, nach Braunschweig zu fahren, als für die beiden Mannschaften, zu uns zu kommen. Und so spielten wir bisher:

Hannover gegen Göttingen

Christoph Gerlach (4 Dan) - Achim Klenke (3 Dan) 1-0
Holger Krekel (1 Dan) - Gerd Mex (2 Dan) 1-0
Jost Bartholomäus (2 Kyu) - Achim Schulze (1 Kyu) 0-1
Detlev Ponnet (4 Kyu) - Frank Reif (8 Kyu) 0-1

Also insgesamt 2:2.

Hannover gegen Nordhausen

Jost Barthomomäus (1 Kyu) - Dieter Wenske (2 Kyu) 1-0
Detlev Ponnet (4 Kyu) - Matthias Reimann (4 Kyu) 1-0
Jürgen Meyer (4 Kyu) - Peter Reimannn (10 Kyu) 1-0
Ulf Draws (7 Kyu) - R.R. Pfeiffer (16 Kyu) 1-0

Insgesamt also 4:0 (und das ohne mich!).

Das macht dann bis jetzt 3:1 Punkte. Leider stehen Clausthal (die gnadenlosen Kyus) mit 7:3 und erstaunlicherweise Magdeburg mit 5:1 noch vor uns, aber wir können sich ja im direkten Vergleich noch in die Schranken weisen... In der Liga wird übrigens mit voller Vorgabe gespielt. So musste z.B. Ulf gegen Nordhausen 9 Steine geben. Deshalb sind die Clausthaler Kyus auch so gefürchtet, da sie 4 mal 9 Steine bekommen, d.h. sie haben auch einen 2 Dan, der aber offensichtlich nicht immer spielt. Die Titelverteidigung (wir haben 1991 schließlich die Liga gewonnen) wird also nicht allzu leicht werden. Falsch und zu niedrig eingestufte Kyus haben sich umgehend bei mir oder Jost zu melden, damit wir den Clausthalern demnächst eine ordentliche Lektion erteilen können!

(Christoph Gerlach)

Rahlstedt (14./15.11.1992)

Von einem kleinen Turnier kann man bei Rahlstedt inzwischen nicht mehr sprechen, kamen doch immerhin 102 Spieler dieses Jahr nach Hamburg, u.a. vier Spieler aus St. Petersburg und auch ein ordentlicher Trupp Hannoveraner. Natürlich klappte wieder alles und auch das obligatorische Essen beim Chinesen (der mit den großen runden Tischen...) fand wieder statt. Und so spielten wir, wobei das 5:0 von Jürgen Meyer sicher ein Sonderlob verdient hat:

Christoph Gerlach (4 Dan), 4:1 (3. Platz)
Holger Krekel (1 Dan -> 2 Dan), 4:1
Tin Nguyen-Huu (1 Dan), 2:3
Helmut Witten (1 Kyu), 2:2 (4 Runden)
Gery Born (1 Kyu), 2:3
Sabine Collin (2 Kyu), 2:3
Jürgen Meyer (3 Kyu -> 1 Kyu), 5:0 (!!!)
Christian Wenzel (3 Kyu), 3:2
Detlev Ponnet (4 Kyu), 4:1
Oliver Festerling (10 Kyu), 3:2
Mira Negoianu (16 Kyu), 2:3

(Christoph Gerlach)

Berlin (28./29.11.1992)

Leider fuhren dieses Jahr nur Holger Krekel, Jürgen Meyer und ich nach Berlin, obwohl das ehemals Ostberliner Turnier wirklich größeren Zuspruch aus Hannover verdient hätte. Genug Spieler waren aber auch so da, handelte es sich doch um das letzte Turnier in der Deutschlandpokalwertung, in der Jürgen und Holger noch ein Wörtchen mitzureden hatten. Jürgen hatte dabei seine Chancen durch sein 5:0 in Rahlstedt und der damit verbundenen Hochstufung auf den 1. Kyu verschlechtert, da man nur ab einem Ergebnis von 3:2 Punkte bekommt und sämtliche Konkurrenz um den ersten Platz in seiner Gruppe ebenfalls angereist war (natürlich ohne sich vorher hochzustufen). Aber glücklicherweise gelang Jürgen ein 3:2, was reichte, den ersten Platz mit einem anderen Spieler zu teilen. Zwar war nur für einen Spieler in der Gruppe ein wertvoller Preis vorgesehen, da man aber Muschelsteine schlecht auf zwei Spieler verteilen kann, wurde beschlossen, beiden Spielern Muschelsteine zu schenken. Und so hat wieder ein Spieler mehr aus Hannover Muschelsteine bekommen. Auch Holger sicherte sich noch einen dritten Platz in der selben Gruppe, indem er - ebenfalls frisch hochgestuft - noch ein 4:1 nachlegte. Er bekam zwei der neuen Ishi-Press Bücher (den Almanach und die Joseki-Debatte). Ausnahmsweise stehen meine Erfolge hier etwas im Schatten, obwohl ich auch 4:1 spielte, dabei u.a. gegen Jürgen Mattern und Franz-Josef Dickhut gewinnen konnte und auch gegen den Sieger Park (6 Dan, von dem Yoo meint, er sei wenigstens so stark wie er) eigentlich recht gute Karten hatte. Alles in allem ein gelungenes Wochenende.

(Christoph Gerlach)

Paris Meijin (21./22.11.1992)

Bei dem hochtrabenden Namen dieses Turniers handelt es sich um ein von der japanischen Gesellschaft in Paris organisierten Turnier, bei dem eigentlich nur Franzosen und Japaner starten dürfen. Da dieses Turnier 1992 zum zehnten Male durchgeführt wurde, entschied man sich, 10 Spieler aus anderen europäischen Ländern einzuladen. Und einige kamen sogar, wie Guo Juan und Frank Janssen aus Holland oder Laurent Heiser aus Luxemburg. Aus Deutschland reisten Marko Leipert (4 Dan) aus einem Dorf bei Konstanz und ich an. Eigentlich war ich in guter Form, leider aber nicht besonders nervenstark. In der ersten Partie konnte ich noch den Vorjahressieger J.-F. Seailles (5 Dan, Paris) ziemlich klar bezwingen (er hat einige üble Overplays ausgepackt). Anschließend loste man mir zwei Freilose zu (das Turnier war ab 1 Dan offen), so dass ich das 3:0 nicht abwenden konnte. Anschließend ging die Scheiße aber los. Erst lies ich mich von einem supermiesen Koreaner (Choi hieß er glaube ich) reinlegen und verlor dann noch ebenso unnötig gegen Farid Ben Malek, der wenigstens eine ziemliche Spielstärke aufwies (er war ein Jahr lang mit Hans Pietsch Insei in Japan), auch wenn ich locker hätte gewinnen können. Das war insgesamt reichlich ärgerlich, gab es für die ersten doch sehr attraktive Preise. Gewonnen hat übrigens Guo Juan aus Holland. Am Ende also 3:2 für mich.

(Christoph Gerlach)

Braunschweig (5./6.12.1992)

Was soll man da eigentlich erzählen, schließlich waren erfreulich viele von euch selber da. Die Verspätung am Samstag (so anderthalb Stunden) war doch außergewöhnlich lang, dafür klappte danach fast alles. Nur Nieks Auslosungsprogramm sponn in der dritten Runde und lieferte an der Spitze eine unsinnige Losung. Von den Hannoveranern war eigentlich nur ich als Turniersieger einigermaßen erfolgreich (ich gewann gegen Egbert Rittner, Franz-Josef Dickhut und Malte Schuster). Alle anderen spielten leider höchstens 3:2, d.h. die Zahl der 2:3 Ergebnisse ist erschreckend hoch. Aber so sah’s im einzelnen aus, bei 104 Teilnehmern:

Platz 1: Christoph Gerlach (4 Dan), 5:0 (Sieger des Turniers)
Platz 9: Holger Krekel (2 Dan) 3:2
Platz 21: Aglef Stüwe (1 Dan). 2:3
Platz 23: Winfried Dörholt (1 Dan), 2:3
Platz 24: Tin Nguyen-Huu (1 Dan), 2:3
Platz 25: Helmut Witten (1 Kyu), 3:2
Platz 27: Wulf Kunisch (1 Kyu), 3:2
Platz 29: Jürgen Meyer (1 Kyu), 2:3
Platz 31: Heiko Schäfer (1 Dan), 1:4
Platz 38: Günter Klemm (2 Kyu), 2:3
Platz 45: Gerda Borger (3 Kyu), 2:3
Platz 53: Detlev Ponnet (4 Kyu), 2:2 (spielte nur 4 Runden)
Platz 73: Hans Bernhardt (9 Kyu), 3:2

(Christoph Gerlach)

Deutsche Meisterschaft 1992 in Lippstadt (11.-14.12.1992)

Alles wesentliche kann man hierzu in der Go-Zeitung 12/92 nachlesen. Zu berichten wäre allerdings noch über die Lippstädter Sammlung von Presseartikeln im Lokalblatt "Der Patriot" (fast so rechts wie der Name) über die Erfolge der Lokalmatadoren Franz-Josef Dickhut und Jan Schröer. Eine Schlagzeile gefällig? "Franz-Josef Dickhut in Höchstform - 14. Platz in Amsterdam" oder "Jan Schröer schreckt europäische Spitzenspieler" und weitere Späße. Ich will jedenfalls nicht wissen, wie die Schlagzeile im Patriot lautet, wo Franz-Josef mit dem Gewinn der DM jetzt tatsächlich mal was eingefahren hat... Man muss dabei wissen, dass es in Lippstadt und Umgebung keinen erfolgreichen Sportverein gibt und die Lokalredaktion froh ist, wenn sie überhaupt etwas halbwegs interessantes für den Sportteil findet.

Für mich verlief die DM doch etwas deprimierend, verlor ich doch gleich am ersten Tag wegen Unkonzentriertheiten erst gegen David Schoffel und anschließend gegen Franz-Josef Dickhut. Zwar konnte ich anschließend den Rest durchziehen (Drohungen im Nacken wie "Wenn du gegen Uwe Behnke verlierst brauchst du erst gar nicht wiederzukommen" von Holger Krekel), was letztendlich doch versöhnlich stimmte. Vor allem der relativ solide Gewinn gegen Egbert Rittner in der letzten Runde baut doch wieder auf. Am Ende hat es jedenfalls mit dem 5:2 noch für den dritten Platz gereicht und ich habe gute Chancen, auf der nächsten DM (wenn ich die Qualifikation schaffe) den Japanflug 1994 zur Amateur-Weltmeisterschaft zu gewinnen.

(Christoph Gerlach)

Vereinsturnier 1992

Natürlich durfte auch dieses Jahr das Vereinsturnier nicht ausfallen und immerhin 34 Namen (mit zwei Jokern) tauchen in der vorläufigen Endtabelle auf. Leider steht noch eine Partie zwischen Jost Bartholomäus und Boning Miao aus (hier können diese beiden noch die Plätze tauschen, sowie Wulf Kunisch kann auch noch einen Platz hochrutschen), aber sonst ist alles nach dem MacMahon-System vergeben (MacMahon-Score, Siege, Gegnerpunkte, direkter Vergleich). Über die ersten Plätze wäre zu berichten, dass ich mal wieder mangels Konkurrenz Vereinsmeister geworden bin. Eindeutiger Zweiter wurde Holger Krekel. Beim dritten und vierten Platz mussten zwischen Aglef Stüwe und Ralph Tiefenthaler die Gegnerpunkte entscheiden und dort hatte Ralph einen halben Punkt mehr, so dass Ralph Dritter und Aglef Vierter geworden ist. Christian Wenzels sensationelle Siegesserie von 6:0 (u.a. gewann er gegen Ralph Tiefenthaler) fand schließlich in der Nachholpartie gegen mich ein Ende. Christian steht aber mit seinem 5. Platz vor so manchem Dan-Spieler, den wir eher dort erwartet hatten, hervorragend da. Gute Ergebnisse errangen auch Michael Rhotert (4½:2½ Punkte), Hans Bernhardt (5:2) und Sascha Sklarek (5:2). Siegerehrung dann spätestens auf der Mitgliederversammlung im Februar.

Kritik und Änderungswünsche für das nächste Jahr sind wie immer an mich zu richten.

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(Christoph Gerlach)